MBSR Achtsamkeitskurs
"Ganz gleich wie groß ein Problem, ein Schmerz oder eine Angst Dir erscheinen mag ~ Du bist größer."
MaHa

Achtsamkeit bei Fatigue-Syndrom (ME/CFS) – Wie MBSR Symptome lindern kann

Das Fatigue-Syndrom, auch bekannt als Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Erschöpfungssyndrom (ME/CFS), ist eine komplexe, oft schwerwiegende Erkrankung, die mit extremer körperlicher und geistiger Erschöpfung einhergeht. Betroffene berichten häufig von einer deutlichen Einschränkung der Lebensqualität, besonders nach körperlicher oder geistiger Belastung. Während die genauen Ursachen noch nicht vollständig geklärt sind, gibt es zunehmend Hinweise darauf, dass Achtsamkeitspraxis – insbesondere das Programm Mindfulness-Based Stress Reduction (MBSR) – eine wertvolle Unterstützung im Umgang mit den Symptomen bieten kann.

Wie Achtsamkeit bei Fatigue wirkt – Wissenschaftliche Erkenntnisse

Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (MBSR) ist ein strukturiertes, achtwöchiges Programm, das von Jon Kabat-Zinn in den 1970er Jahren entwickelt wurde. Es kombiniert Meditation, Körperwahrnehmung und sanfte Yoga-Elemente mit dem Ziel, Stress zu reduzieren und die Lebensqualität zu verbessern. Zahlreiche Studien belegen, dass MBSR bei verschiedenen chronischen Erkrankungen – darunter auch Fatigue – positive Effekte zeigt:

  • Stressreduktion und verbesserte Lebensqualität: Metaanalysen zeigen, dass MBSR psychisches Leid bei chronisch Kranken lindern und Stress, Angst sowie depressive Symptome reduzieren kann. Besonders bei Erkrankungen, die mit chronischer Erschöpfung einhergehen, konnte eine Steigerung des Wohlbefindens und eine bessere Bewältigung der Symptome beobachtet werden (Goyal et al., 2014; Hofmann & Gómez, 2017).
  • Bessere Krankheitsbewältigung: MBSR hilft Betroffenen, eine annehmende Haltung gegenüber ihren körperlichen und emotionalen Grenzen zu entwickeln. Dies kann den Umgang mit Fatigue-Symptomen erleichtern und das Gefühl der Selbstwirksamkeit stärken (Bohlmeijer et al., 2010; Creswell, 2017).
  • Unterstützung bei Long COVID und postviraler Fatigue: Aktuelle Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Achtsamkeitspraxis auch bei Long COVID – einer häufigen Folge von SARS-CoV-2-Infektionen, die oft mit Fatigue einhergeht – hilfreich sein kann. Studien zeigen, dass Betroffene durch MBSR lernen, ihre Energiereserven besser einzuteilen und Stressfaktoren zu reduzieren, was die Symptomatik lindern kann (Crook et al., 2021; Tao et al., 2021).

Wie Achtsamkeit konkret helfen kann

1. Akzeptanz und Selbstfürsorge

Achtsamkeit fördert eine nicht-wertende Haltung gegenüber den eigenen Grenzen. Für Menschen mit Fatigue-Syndrom bedeutet das, die Erschöpfung als Teil des aktuellen Erlebens anzuerkennen, ohne sich selbst unter Druck zu setzen. Dies kann den Teufelskreis aus Überlastung und Rückschlägen durchbrechen.

2. Reduktion von Stress und Angst

Viele Betroffene leiden unter sekundären psychischen Belastungen wie Ängsten oder depressiven Verstimmungen. MBSR hilft, Stressreaktionen zu mildern und emotionale Resilienz aufzubauen (Hölzel et al., 2011).

3. Verbesserte Körperwahrnehmung

Durch gezielte Achtsamkeitsübungen lernen Betroffene, frühe Warnsignale des Körpers (z. B. beginnende Erschöpfung) wahrzunehmen und rechtzeitig Pausen einzulegen. Dies ist besonders wichtig, um die typische Verschlechterung nach Belastung („Post-Exertional Malaise“) zu vermeiden.

4. Integration in den Alltag

Achtsamkeit muss nicht auf formelle Meditation beschränkt bleiben. Auch kleine, informelle Übungen – wie das bewusste Wahrnehmen des Atems oder das achtsame Essen – können im Alltag helfen, Momente der Ruhe und Präsenz zu schaffen.

Praktische Empfehlungen für Betroffene

MBSR betont grundsätzlich, die Praxis im empfohlenen Zeitumfang einzuhalten. Doch gerade bei tiefer Müdigkeit und Erschöpfung wird das schnell zum inneren Kampf. Deshalb ist eine individuelle Anpassung wichtig: Die Praxis so gestalten, wie es die eigenen Ressourcen ermöglichen. Schon kurze, regelmäßige Einheiten von 5–10 Minuten können für Fatigue-Betroffene wirksam sein.

Fazit

Achtsamkeitspraxis, insbesondere MBSR, bietet Betroffenen des Fatigue-Syndroms eine wissenschaftlich fundierte Möglichkeit, Stress zu reduzieren, die Krankheitsbewältigung zu verbessern und die Lebensqualität zu steigern. Während sie keine Heilung darstellt, kann sie eine wertvolle Ergänzung zu anderen Therapieansätzen sein. Wichtig ist, dass Betroffene sich nicht überfordern und die Praxis als Einladung zur Selbstfürsorge verstehen.

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